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Was Produktmanager motiviert …

Marketing Consult & Quiridium Produktmanager-Studie 2017

Deutsche Produktmanager im Industriegüterbereich sind hoch motiviert, überdurchschnittlich zufrieden und im Vergleich mit anderen Berufsgruppen sehr loyal mit ihren Unternehmen verbunden. Das waren zentrale Ergebnisse der großen Produktmanager-Studie 2017 von Marketing Consult und Quiridium. Offen blieb die Frage, welche Folgen der Generationswechsel unter Produktmanagern hat:

»[Denn] … der Job des Produktmanagers [ist] wie geschaffen für die Generation Y, die auf Unabhängigkeit und Vernetzung, Sinnorientierung und Kreativität Wert legt. Wichtig ist ihnen auch Anerkennung und Sichtbarkeit: sie wollen “tatsächlich etwas gestalten, bewirken und verändern”. Man könnte also sagen, für typische Millennials ist Produktmanager der Job schlechthin.« (Produktmanager-Studie 2017)

Absolventen und Nachwuchskräfte im Alter zwischen 25 und 35 machen immerhin mehr als ein Drittel der befragten Produktmanager aus. Die Generation Y gilt als hierarchiekritisch und technologieaffin. Welche Unterschiede gibt es also zu ihren älteren Kollegen, den Produktmanagern der Generation X?

Motivationsfaktoren

Zur Leistung im Job tragen das Können (Kompetenzen) und das Wollen (Motivation) bei. Für die Motivation ist entscheidend, inwieweit sich die Person mit ihren Bedürfnissen und bevorzugten Arbeitsweisen in ihrem Job verwirklichen kann [Chamorro-Premuzic 2017]. Ein einfaches Modell bietet die Methode der Motivational Maps mit neun Grundmotiven (siehe Textbox).

Übersicht der Motivationstypen

Der Suchende möchte Sinn und Bedeutung erkennen. Geben Sie ihm regelmäßig Feedback.

Der Freigeist möchte unabhängig sein. Geben Sie ihm Gestaltungsspielräume.

Der Kreative möchte Neues erschaffen. Belohnen Sie ihn für Innovationen.

Der Experte möchte Wissen und Fähigkeiten erweitern. Bieten Sie ihm Trainings an.

Der Macher möchte materielle Ergebnisse sehen. Bieten Sie ihm Provisionen und andere Anreize.

Der Direktor möchte Mitarbeiter anleiten und Einfluss ausüben. Bieten Sie ihm eine Leitungsfunktion.

Der Star möchte Anerkennung genießen. Belohnen Sie ihn mit Auszeichnungen.

Der Freund möchte Zugehörigkeit und Teambeziehung. Bieten Sie ihm Unterstützung und Teilhabe.

Der Verteidiger möchte Bestehendes erhalten. Bieten Sie ihm Gespräche und Kontinuität.

[Sale 2016]

In der Produktmanager-Studie 2017 haben wir eine Auswahl der Top 3 erfragt, so dass sich Schwerpunkte und Tendenzen in der Motivationsstruktur von Produktmanagern erkennen lassen. Interessant sind dabei die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Produktmanagern der Generation X und Y (siehe Abbildung):

  • Gemeinsam sind Produktmanagern der Generationen X und Y die Top-Motivatoren „Experte“ und „Kreativer“. Produktmanager wollen also stets dazulernen, ihre Kompetenzen erweitern und damit zu innovativen Lösungen beitragen.
  • Unterschiede zwischen Produktmanagern der Generationen X und Y zeigen sich jedoch in der Beziehungsorientierung: Produktmanager der Generationen X sind noch stärker durch die Gestaltungsspielräume ihrer Position motiviert („Freigeist“). Hingegen gewinnt für Produktmanager der Generationen Y die Zugehörigkeit zu einem Team an Bedeutung („Freund“), während die Gestaltungsspielräume auf Platz 3 zurückfallen.
Motivationsfaktoren bei Produktmanagern

Motivationsfaktoren bei Produktmanagern (Datenquelle: Produktmanager-Studie 2017)

Produktmanager sind dem Wandel gegenüber aufgeschlossen: Der Erhalt des Status quo („Verteidiger“) – für Produktmanager ohnehin schon die niedrigste Priorität und eher demotivierend – hat bei der Generation Y noch weiter verloren. Bemerkenswert ist auch, dass trotz der Hierarchieskepsis der Generation Y, die positions- und machtorientierten Motivatoren („Star“, „Direktor“ und „Macher“) in ihrer Bedeutung keineswegs rückläufig sind. Neben dem Missionsbewusstsein verbleiben diese Motivatoren stabil im Mittelfeld. Es hat also den Anschein, dass jüngere Produktmanager sich wieder mehr in Produktmanagement-Teams anstelle der verbreiteten Stabsstellen sehen. Das Selbstbewusstsein für ihre herausgehobene Rolle bringen sie jedenfalls mit.

Produktmanager im Wandel?

Dies ist eine nur erste Momentaufnahme. Längerfristige Studien müssen zeigen, ob diese Beziehungsorientierung sich mit dem Alter verändert – ob also ältere Produktmanager eher einsame Wölfe sind – oder ob die Unterschiede auf die Geburtsjahrgänge zurückzuführen sind. Eine Sensibilisierung von Unternehmen mit Produktmanagement-Organisation und insbesondere deren Personalverantwortlichen ist aber wichtig: Die Motivation von Produktmanagern zu kennen und bei der Gestaltung des Arbeitsumfelds zu berücksichtigen, beeinflusst nachhaltig die Arbeitsleistung und Zufriedenheit dieser so wichtigen Berufsgruppe. Denn ein wirksames Produktmanagement ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Unternehmen des Industriegüterbereichs durch die von Umbrüchen geprägten Zeiten der Digitalisierung zu leiten.

Die vollständige Produktmanager-Studie 2017 können Sie hier kostenlos herunterladen.

Literatur

  • Chamorro-Premuzic, Tomas (2017): The Talent Delusion: Why Data, Not Intuition, Is the Key to Unlocking Human Potential. Piatkus, 2017.
  • Sale, James (2016): Mapping Motivation. Taylor & Francis Ltd, 2016.
/* Original-Code Post Header Metadata
Datum: Mai 17Autor: Ivo Mersiowsky
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